29 Okt 2017

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Behauptung: ESKALATION treten dir schneller in den Arsch, als du „Menschenaffe“ sagen kannst! Beweis: Jede Show. Immer.

Der sympathische Achter aus Nürnberg vereint Punkrock, Ska, Indie und Dub mit elektronischen Elementen und kreiert damit eine Stilbombe, die zündet. Würde man die entfesselte Live-Energie von Kraftklub und die Wurzeln der Mighty Mighty Bosstones zusammenbringen – ESKALATION wären das uneheliche Kind. Die Jungs und Mädels transportieren eine rohe Portion frischer, jugendlicher Attitüde und haben live ein Faible dafür, es immer um das eine Quäntchen zu übertreiben, das eine besondere Show ausmacht. Mit tanzenden Affen, Posaunensoli mit dem Fuß und unerwarteten elektronischen „Gnackwatschn“ – wie man in Bayern so schön sagt.

Doch die reinen Partyqualitäten in den Vordergrund zu stellen, wäre zu eindimensional, denn ESKALATION haben durchaus etwas zu sagen. Die intelligenten Texte positionieren sich und lassen dabei Plattitüden und Pathos außen vor. „Bau dir deine Wahrheit“ bohrt sich beispielsweise besonders zynisch in die Gehirnwindungen. In dem Song pfeffert das lyrische Ich eine Stammtischparole nach der nächsten raus, und erkennt erst zum Schluss die Auswirkungen von Worten: „Dein Gedanke hat gezündet, was richtest du nur an?“ Und schlussendlich geht es dann doch immer um eine positive Message. Darum, dass Freunde einen auch aus solch einem Sumpf ziehen können: „Ich klau dir deine Wahrheit, zieh dich aus dem Strom“, heißt es im letzten Refrain. Weil hey, jammern können wir alle. Besser machen ist das Gebot der Stunde.

Nach über neun Jahren Bandgeschichte, knapp 300 Shows im In – und Ausland und zwei Alben jetzt also „360°“. Die dritte Veröffentlichung und gleichzeitig das gefühlte Debüt. Denn „360°“ fängt bei aller Energie und Tempo auch das Innehalten ein, die Reflektion über das eigene Tun und den Blick über den Tellerrand. Und es fängt den Prozess ein, den ESKALATION gerade durchmachen. Vom klassischen Ska-Punk zu einem eigenständigen Sound, der die Klischee-Falle links liegen lässt. Mit dem Mut zur Melodie, ohne in Pop-Beliebigkeiten zu verfallen. Und mit knackigen Synthesizer- Klängen, die sich mehr und mehr zum Alleinstellungsmerkmal von ESKALATION entwickeln.

Spacig produziert wurde die Platte in Münchens musikalischer Kreativhöhle – den Weltraumstudios. Unter der Aufsicht von Rock-Papa Corni Bartels (u.A. The Prosecution), mit kreativem Input von Gitarren-Tausendsassa Mäx Schlichter und massivem Beatgebastel von Ike Aligbe wurden dabei die Ansprüche von ESKALATION-Frontmann Franky mehr als überzeugend umgesetzt: „Hauptsache, es wird fett.“ So überzeugend, dass mit dem Münsteraner Label Uncle M Music (Anti Flag, Apologies, I have None, Blackout Problems) für die Veröffentlichung nun auch erstmals ein professioneller Partner an der Seite der acht Freunde steht, die bisher in kompletter Eigenregie gearbeitet haben und auch weiterhin möglichst viel selbst machen. Wie zum Beispiel das plastisch anmutende Artwork, das aus der Feder von Keyboarderin und Hausgrafikerin Ali Tschi stammt. Bei ESKALATION geht es jetzt Schlag auf Schlag: Headliner-Tour zum Album. Festival-Sommer. Weiterentwicklung des musikalischen Konzepts. Kein Stillstand. Es hat gerade erst begonnen.

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